Digitalisierung

Grüne digitale Transformation: Mit Technologie zu nachhaltigem Wachstum

Vom GREEN TECH Team05/09/20268 Min. Lesezeit
Grüne digitale Transformation: Mit Technologie zu nachhaltigem Wachstum

Nachhaltigkeit galt lange als Thema großer Konzerne. Für kleine und mittlere Unternehmen bedeutet „grün“ jedoch in erster Linie weniger Verschwendung: weniger Papier, weniger Strom, weniger Lagerbestand und weniger manuelle Arbeitsstunden. Die grüne digitale Transformation nutzt Technologie, um zwei Ziele zugleich zu erreichen: wirtschaftliche Effizienz und ökologische Verantwortung.

Was ist grüne digitale Transformation?

Grüne digitale Transformation bezeichnet den Einsatz digitaler Technologien im Unternehmensbetrieb mit einem doppelten Ziel: die Effizienz steigern und negative Auswirkungen auf die Umwelt verringern. Das Konzept verbindet zwei Trends, die oft in einem Atemzug genannt werden: die digitale und die grüne Transformation. Statt Umweltschutz als Kostenfaktor zu betrachten, setzen Unternehmen darauf, dass technologische Verbesserungen selbst Ressourcen und Geld sparen.

Für vietnamesische Unternehmen gewinnt dies zunehmend an Bedeutung. Auf der COP26 hat sich Vietnam verpflichtet, bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Viele Importpartner, insbesondere aus Märkten wie Europa, verlangen von ihren Lieferanten zudem mehr Transparenz über Emissionen und Produktionsprozesse. Wer sich frühzeitig vorbereitet, verschafft sich einen Vorteil bei der Einbindung in Lieferketten.

Cloud: flexible Infrastruktur, weniger Energieverbrauch

Viele Unternehmen betreiben noch eigene Server im Büro, die im 24/7-Betrieb laufen, obwohl sie die meiste Zeit nur einen Bruchteil ihrer Kapazität nutzen. Zu den Stromkosten für die Server kommen Ausgaben für Kühlung, Wartung und den Austausch von Hardware. Mit dem Umstieg in die Cloud teilen sich Unternehmen die Infrastruktur großer Rechenzentren, in denen Energieverbrauch und Kühlung auf einem Niveau optimiert sind, das ein kleiner Serverraum kaum erreichen kann.

Große Anbieter wie AWS, Google Cloud und Microsoft Azure haben Ziele zur Nutzung erneuerbarer Energien veröffentlicht und stellen Tools bereit, mit denen sich die Emissionen der von Kunden genutzten Ressourcen nachverfolgen lassen. Allerdings ist die Cloud nur dann wirklich grün und kostensparend, wenn sie richtig eingesetzt wird.

  • Lastabhängig skalieren: Ressourcen zu Spitzenzeiten automatisch erhöhen und nachts oder am Wochenende reduzieren.
  • Ungenutzte Umgebungen abschalten: Testserver und Entwicklungsumgebungen außerhalb der Arbeitszeiten automatisch herunterfahren.
  • Passende Konfiguration wählen: regelmäßig prüfen, damit keine Server angemietet werden, die für den tatsächlichen Bedarf überdimensioniert sind.
  • Daten aufräumen: veraltete Backups und nicht mehr benötigte Dateien löschen, selten genutzte Daten in eine günstigere Speicherklasse verschieben.

Prozessautomatisierung gegen Papierberge und überflüssige Arbeitsschritte

Zahlungsunterlagen in mehrfacher Ausfertigung, die zur Unterschrift durch vier Abteilungen wandern und anschließend jahrelang archiviert werden – dieses Bild ist in vielen Unternehmen vertraut. Die Digitalisierung und Automatisierung solcher Prozesse spart nicht nur Papier und Toner, sondern verkürzt die Bearbeitungszeit von mehreren Tagen auf wenige Stunden und reduziert Fehler durch manuelle Dateneingabe.

Die E-Rechnung ist gemäß Dekret 123/2020/ND-CP bereits verpflichtend und damit ein naheliegender Ausgangspunkt. Auf dieser Grundlage können Unternehmen weitere interne Prozesse digitalisieren. Jedes eingesparte Blatt Papier und jede vermiedene Botenfahrt mit Unterlagen ist eine konkrete Einsparung.

  • E-Rechnungen, elektronische Verträge und digitale Signaturen statt ausgedruckter Dokumente.
  • Anträge, Vorschüsse und Urlaub online direkt auf dem Smartphone genehmigen.
  • Bestellungen von Website und E-Commerce-Marktplätzen automatisch mit Lager- und Buchhaltungssoftware synchronisieren.
  • Regelmäßige Berichte automatisch erstellen und versenden, statt sie manuell in Excel zusammenzutragen.

Daten: Nur was messbar ist, lässt sich optimieren

Verschwendung lässt sich nicht reduzieren, solange man nicht weiß, wo sie entsteht. Daten aus Vertriebs-, Lager- und Produktionssoftware sowie von Sensoren machen Schwachstellen sichtbar, die Unternehmen bisher nur aus Erfahrung abschätzen konnten.

So kann eine Lebensmittelkette tägliche Verkaufsdaten nutzen, um die Nachfrage zu prognostizieren, bedarfsgerechter einzukaufen und weniger abgelaufene Ware entsorgen zu müssen. Ein Produktionsbetrieb kann jede Maschine mit einem intelligenten Stromzähler ausstatten, um Geräte mit auffälligem Verbrauch oder Leerlauf zu erkennen. Ein Lieferunternehmen kann seine Routen optimieren und so Kilometer und Kraftstoff einsparen.

Der Einstieg muss nicht kompliziert sein: Ein Dashboard mit wenigen Kernkennzahlen wie Stromverbrauch, Anteil entsorgter Ware oder monatlich gefahrenen Transportkilometern genügt bereits, damit die Geschäftsleitung Entscheidungen auf Basis von Zahlen statt nach Bauchgefühl trifft.

Schlanke Software und der Lebenszyklus von Geräten

Auch Software verbraucht Energie. Eine überladene Website mit unkomprimierten Bildern, überflüssigem Code und zu vielen externen Bibliotheken benötigt mehr Bandbreite und Serverressourcen und verschlechtert zugleich das Nutzererlebnis. Das Prinzip grüner Software lautet daher: schlank konzipieren, Bilder optimieren, Caching nutzen und nur laden, was Nutzer tatsächlich brauchen.

  • Moderne Bildformate wie WebP oder AVIF bevorzugen und Bilder erst laden, wenn Nutzer zu ihnen scrollen.
  • Datenbankabfragen und Caching optimieren, um die Serverlast zu senken.
  • Die Lebensdauer von Geräten verlängern, indem rechenintensive Anwendungen in die Cloud verlagert werden – so bleiben Büro-PCs mit moderater Ausstattung weiterhin gut nutzbar.
  • Alte Elektronikgeräte wiederverwenden oder an Entsorgungsbetriebe übergeben, die sie vorschriftsgemäß verwerten.

Fahrplan zur grünen digitalen Transformation für kleine und mittlere Unternehmen

Grüne digitale Transformation erfordert keine große Anfangsinvestition. Am wirksamsten ist es, dort zu beginnen, wo sich Kosten sparen und Verschwendung am deutlichsten reduzieren lassen, und den Umfang schrittweise auszuweiten, sobald erste Ergebnisse sichtbar werden.

Entscheidend ist, „grün“ neben Kosten und Effizienz als festes Kriterium bei Technologieentscheidungen zu verankern. GREEN TECH kann gemeinsam mit Ihnen die Ausgangslage analysieren und einen Fahrplan entwickeln, der zu Ihrer Unternehmensgröße und Ihrem tatsächlichen Budget passt.

  • Ausgangslage bewerten: Infrastruktur, Software, papierbasierte Prozesse und Energiekosten erfassen.
  • Mit einfachen Maßnahmen beginnen: E-Rechnungen, Online-Genehmigungen sowie die Verlagerung von E-Mail und Datenspeicherung in die Cloud.
  • Kennzahlen festlegen: Infrastrukturkosten, Papierverbrauch und Bearbeitungszeiten von Vorgängen quartalsweise verfolgen.
  • Geplant ausbauen: Daten abteilungsübergreifend vernetzen, Analysen einsetzen und die Automatisierung vertiefen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Grüne digitale Transformation verfolgt ein doppeltes Ziel: höhere betriebliche Effizienz und geringere Umweltbelastung.
  • Die Cloud spart nur dann wirklich Kosten, wenn Ressourcen bedarfsgerecht skaliert, regelmäßig überprüft und bereinigt werden.
  • Digitalisierte Prozesse und die Nutzung von Daten reduzieren Papier, Lagerbestände und Energieverschwendung.
  • Mit kleinen, gut messbaren Schritten beginnen und anschließend entlang eines klaren Fahrplans ausbauen.
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